ST. JAKOBI STRALSUND, die KULTURKIRCHE inmitten des Weltkulturerbes der Stadt Stralsund
Wenngleich sie die kleinste der drei großen Stralsunder Kirchen ist, so hat St. Jakobi doch eine nicht minder bewegte Geschichte als ihre zwei großen Geschwister. Namensgeber für die heutige Kulturkirche ist der Heilige Jakobus der Ältere, Schutzpatron der Pilger und einer der zwölf Apostel Christi. Er gehörte zu den engsten Vertrauten Jesu Christi. Es heißt, er wäre ein hervorragender Prediger gewesen, weshalb er als der erste Apostel gilt, der den Märtyrertod starb. Es wird angenommen, dass er in der Gegend des heutigen Spaniens missionierte. Santiago de Compostela, wo sich die vermutete Grabstätte Jakobus‘ befindet, ist auch heute noch ein beliebter Pilger- und Wallfahrtsort. Die Jakobsmuschel dient hierbei als Symbol für den Heiligen Jakobus und die Pilgerfahrten.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Kirche im Jahre 1303. Sie feierte somit im Jahre 2003 ihr 700-jähriges Jubiläum. Ihre grundlegende bauliche Entstehung muss etwa achtzig Jahre gedauert haben, während bereits 1321 nachweislich der kirchliche Dienst aufgenommen wurde. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurden weitere Kapellen errichtet und der Turm umgebaut. Unwetter und Kriege zerstörten seit dem 16. Jahrhundert beständig kleinere und größere Teile der St. Jakobi-Kirche, sodass über die Jahrhunderte immer wieder Ausbesserungen und Reparaturen vonnöten waren.
Den größten und heute noch am stärksten sichtbaren Schaden erlitt die Kirche 1944, als sie durch eine Bombe getroffen wurde, und durch die Plünderungen in der Nachkriegszeit. Die Orgelpfeifen der Mehmel-Orgel wurden für die Dachrinnen der Nikolaikirche verwendet, das Gestühl verheizt. Unter anderem der Turm, eine Vielzahl der Gewölbe und große Teile der Dächer waren nahezu vollständig zerstört. Zur gleichen Zeit begann der Wiederaufbau der Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde St. Jakobi letztmalig kirchlich genutzt. Zwischenzeitlich diente sie nun als Archiv und als Kunstgutlager, ab den frühen achtziger Jahren bis 1994 war sie zu einem Baustofflager umfunktioniert worden.
Seit nunmehr über zehn Jahren wird der Raum vielfältig als Kulturkirche genutzt: sei es für Konzerte, Theateraufführungen, Theaterproben, Ausstellungen, Märkte oder Messen. Durch den beständigen Umbau und die fortlaufende Restauration bleibt die Kirche veränderlich und gleichzeitig Zeuge ihrer bemerkenswerten Geschichte.
Betreibung der Kulturkirche/Gastronomie
Anfänglich von der Ev. Kirchengemeinde St. Jakobi-Heilgeist Stralsund getragen, wurde die Jakobikirche 2003 an die von der Kirchengemeinde und der Hansestadt Stralsund errichtete Stiftung Kulturkirche St. Jakobi Stralsund übertragen. Die Stiftung Kulturkirche St. Jakobi Stralsund engagiert sich gemeinsam mit dem Förderverein St. Jakobikirche Stralsund e.V., der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und vielen engagierten Menschen für ihre Erhaltung und Betreibung. Heute behauptet sich die Kulturkirche St. Jakobi erfolgreich als eigenständiger und für viele Nutzer und Veranstalter offener Kultur-, Theater- und Veranstaltungsort.
Die Stiftung Kulturkirche übertrug im Jahre 2003 die Betreibung an das Kreisdiakonische Werk Stralsund e. V., das hier ein einzigartiges Projekt der Kulturarbeit im Schnittpunkt von Sozialarbeit, Integration und Ökonomie entstehen ließ. Das Kreisdiakonische Werk Stralsund e.V. bringt ein „hauseigenes Image“ mit: Als diakonischer Träger ist es wie kein anderer geeignet, die Nutzung entsprechend dem Satzungszweck – Erhaltung der St. Jakobi-Kirche als Kulturkirche für die Öffentlichkeit sowie Beachtung des besonderen Charakters als Kirchengebäude – zu gewährleisten. Die Kulturkirche St. Jakobi würde es ohne das Engagement Stralsunder Bürger so nicht geben. Die Stralsunder brauchen für die Betreibung der Kulturkirche einen glaubwürdigen Partner, ebenso wie die Diakonie die Stralsunder Bürger braucht.
Den sozialen Zielen der Betreibung entspricht die Art der Bewirtschaftung: Sie darf im Detail auch von nicht professionellen Kräften bewältigt werden (etwa beim Servieren durch Behinderte), muss aber im Gesamtbild zuverlässig sein. Auf diesem Feld ist die Kompetenz der Diakonie als Anbieter von Dienstleistungen besonders groß: Die Besucher erleben so Kirche in ihren sozialen Aspekten.
Um die gemeinnützige Kultur- und Sozialarbeit auf der einen Seite und die wirtschaftlichen Anforderungen auf der anderen Seite zu trennen, wurde die Diakonische Service Stralsund GmbH - JAKOBUS Gastronomie & Catering gegründet. In ihrem Verantwortungsbereich liegt auch das Terrassencafé, das von Mai bis September seine Gäste begrüßt
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